Wie umschreibt man als Redakteur ein Spiel, welches einen von der redaktionellen Arbeit abhält. Man weiß, dass man einen Test so schnell wie möglich online bringen sollte, doch auch im Leben eines Spieletesters kommt es vor, dass man sich von einem Titel nicht losreißen kann. „Darksiders“ vom Entwicklerteam Vigil Games (THQ) ist einer dieser Titel, der zumindest mich für über 30 Stunden an die Konsole fesselte und das alleine ist schon das Qualitätskriterium.
a, das Leben als Spieletester ist schon hart. Wird man doch zuweilen mit unschönen, einfallslosen Machwerken malträtiert, bei dem man nach den ersten Minuten der Spaßlosigkeit schon weiß, das wird ein hartes Brot. Doch ab und zu (leider viel zu selten) kommt ein Titel daher, der einen echt überrascht. Darksiders hat das Rad zwar nicht neu erfunden, aber es hat ein Genre auf die NextGen Konsolen zurückgebracht, welches man bisher doch kläglich vermisste. Knifflige Rätse,l gepaart mit cooler Action in einem fantasievollen dunklen Abenteuer, gab es zuletzt bei „Soulreaver“ oder „ Zelda“ . Das sind nämlich genau die beiden Spiele, die am besten wiedergeben, womit ihr rechnen könnt. Trickreiche Dungeons mit großen Endgegnern werden euch bei diesem Abenteuer von Anfang bis Ende begleiten.
Story
Ihr schlüpft in die Rolle des apokalyptischen Reiters „Krieg“ und versucht euren Ruf wiederherzustellen. Am Tage des jüngsten Gerichts seid ihr von einem Dämon mächtig verladen worden und werdet deswegen für das Ende der Zivilisation auf Erden verantwortlich gemacht. Nach 100 Jahren Höllenfeuer gibt man euch nun die Chance zur Rehabilitation. Ihr dürft auf die Erde zurückkehren und die wahren Drahtzieher des Übels ausfindig machen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Der einstig so lebensfrohe Planet ist zu einer Heimat von Monstern und Zombies mutiert. Überall nur Schutt und Asche. Ein Platz, der wahrlich nicht mehr zum Verweilen einlädt. Scheitert ihr auch dieses Mal, wird die Erde auf ewig ein sehr sehr dunkler Ort bleiben.
Im Prolog des Spiels wird euch eben diese Geschichte nahegebracht. Zum Anfang der Story seid ihr noch einer der „4 Reiter der Apokalypse“, ausgestattet mit allen Waffen und Fähigkeiten, die ihr euch nun erst wieder mühsam erarbeiten müsst. Eigentlich ist dieser Teil, der sowohl als Einleitung, aber auch als Tutorial gedacht ist, der Langatmigste im ganzen Game. Die ersten beiden Stunden müsst ihr euch in guter alter „Hack´n Slay“-Tradition durch den ersten Abschnitt kämpfen, damit ihr die Basics des Spieles verinnerlicht. Habt ihr diesen Teil absolviert, beginnt das ganz große Kino.
Damit ihr auf Erden nicht noch mehr Unheil anrichtet, hat euch der Rat einen Bewacher in Form eines Dämonen zur Seite gestellt. Es dient dem Rat und schaut, dass ihr zielstrebig zur Sache geht. Dieser Quälgeist ist leider sehr mächtig und kann euch zu jeder Zeit , sprich wann es ihm beliebt, seinem Willen unterwerfen. Es gibt nur einen Weg ihn wieder loszuwerden, den Zerstörer zu töten.
Doch das ist leichter gesagt als getan. „Krieg“ ist zu schwach, um es mit so mächtigen Gegnern aufzunehmen und muss seine ehemaligen Fähigkeiten erst wieder zurückgewinnen. Des Weiteren stehen zwischen ihm und dem Zerstörer ein paar Hürden, die er ohne fremde Hilfe nicht überwinden kann. So muss er sich wohl oder übel einer Aufgaben stellen, die ihm vom Dämonen Samael gestellt wird. Krieg soll ihm die Herzen der 4 Turmwächter bringen, damit er sich dem Zerstörer stellen kann. Doch bis dahin ist es ein langer Weg durch etliche Dungeons mit kniffligen Rätseleinlagen.
Samael ist aber nicht der Einzige, der Krieg mit einer helfenden Hand zur Seite steht. Der dämonische Händler Vulgarin versorgt ihn nicht ganz uneigennützig mit Kräften & Fähigkeiten, die Krieg unabdingbar zur Erledigung der an ihn gestellten Aufgaben benötigt. Als Zahlungsmittel akzeptiert Vulgarin Seelen verlorener Krieger & dämonische Artefakte. Dafür kann unser Held dann neue Lebensenergie, neue Zorneskräfte und Power Ups für sein Waffenarsenal erwerben. Auch werden ihm dort neue Schlagkombinationen, quasi ein kontinuierliches Training, zuteil, für die Vulgarin teilweise unverschämt abkassiert. Aber was soll´s, ohne Fleiß kein ….
Apropos Rage & Zorn. Im Laufe des Spiels erlangt Krieg etliche Fähigkeiten wieder. Unter anderem kann er sich in einen Zustand absoluter Rachsucht erheben und mutiert für einen begrenzten Zeitraum zu einem übergroßen Feuerdämon. Mit dieser Fähigkeit ist es auch möglich gegen übermächtige Gegner zu kämpfen, die sich normalerweise nur sehr mühsam abschlachten lassen. Leider steht ihm diese Möglichkeit nicht permanent zur Verfügung, sondern muss ähnlich wie eine Batterie erst wieder mit Kampfeswut angereichert werden.
Aber auch andere Energien können euch nützlich sein. Neben den hellblauen Seelen, mit denen ihr bei Vulgarin zahlt, sammelt ihr noch grüne in Form von Lebensenergie und gelbe, mit der Ihr eure Zornesleiste füllt. Zorn hat oftmals etwas Befreiendes und so könnt ihr diese Kraft einsetzen, um euch kurzfristig aus ausweglosen Situationen zu lösen. Zorneskräfte können euch schützen, aber auch die Gegner mittels Spezialattacken mächtig schwächen. Leider ist auch diese Kraftleiste deutlich limitiert und muss durch Seelen erst wieder gefüllt werden. Im weiteren Spielverlauf wird sowohl die Zornesleiste, als auch die Lebensleiste immer wieder verlängert, denn eure Gegner werden ebenfalls immer etwas mächtiger oder einfach mehr werden.
In den verschiedenen Dungeons werden euch im Verlaufe des Spieles viele verschiedene Dämonen, Monster oder Zombies ans Leder wollen. Manche Gegner sind dumm wie Brot, manche werden euch lästig, aber es gibt auch welche, die durchaus taktische Ansätze zeigen, um euch den Garaus zu machen. Gerade wenn diese zu zweit auftauchen wird es oftmals eng. In den meisten der insgesamt 9 Dungeons werdet ihr auf mittlere Zwischenbosse, aber auch große Endgegner treffen. Alle haben einen Schwachpunkt, den es freizulegen gilt. Insbesondere bei der Fledermauskönigin Tiamat ist eine sehr ausgefeilte Taktik notwendig, um sie zur Strecke zu bringen. Ohne jetzt zu spoilern, erinnert das Ganze doch sehr an Taktiken, die in einem Zelda Game schonmal Verwendung gefunden hat.
Neben den immer wieder auftauchenden Gegnerhorden, werdet ihr ab und an auch mit kniffligen Rätseln befrachtet, um den Spielfortschritt weiter voranzutreiben. Dabei sind nicht immer nur Schalter- und Schieberätsel zu lösen, sondern auch mit Gewichten und Lichtstrahlen bestimmte Ereignisse in Gang zu setzen. An einigen Stellen scheint es oftmals einfach nicht mehr weiterzugehen. Beobachtet eure Umgebung genau. Setzt immer mal wieder einen Blick auf eure Karte, ob da nicht doch ein Gang ist, den ihr bisher noch nicht gefunden habt. Manchmal sind die Eingänge sehr versteckt oder müssen erst freigelegt werden. Auch wird es zu Situationen kommen, in denen ihr knifflige Jump´n Run Passagen absolvieren müsst. Dabei wird eurem Protagonisten alle Fähigkeiten abverlangt, die ihm zur Verfügung stehen. Oftmals sogar Kombinationen daraus.
Kommen wir nochmal auf die Waffen zu sprechen. Die wichtigste Waffe ist euer Schwert “Chaosfresser“. Eine mächtige Waffe, die in 4 Stufen hochgelevelt wird. Je höher die Stufe, desto mehr Schaden richtet die Waffe an. Sekundär-Waffen werdet ihr ebenfalls im Spiel finden. Da wäre zu nennen ein dämonisches Horn, eine Sense, eine Wurfklinge, ein Tremorhandschuh, eine Pistole und ein Enterhaken, mit denen ihr dem Gegner zu Leibe rückt. Zusätzlich werden euch noch Dämonenflügel, Portalramreif und das Pferd der Reiters gewährt. Alle diese Werkzeuge sind bei der Erledigung eurer Aufgaben unumgänglich. 4 Waffen oder Werkzeuge habt ihr ständig bzw. über Steuerkreuz kurzfristig im Zugriff. Es kommt aber öfters vor das ihr im Menü euer Arsenal anpassen müsst, weil ihr bestimmte Fähigkeiten und Werkzeuge einsetzen müsst. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber bevor ich hier noch mehr ins Schwärmen gerate, probiert es einfach aus.
Die technische Umsetzung von Darksiders ist bei beiden NextGen Plattformen mehr als gelungen. Den comicartige Stil des Epos haben wir wohl Joe Madeira von Vigil zu verdanken. Die Szenerie ist dabei sehr phantasievoll aber zugleich auch düster umgesetzt worden. Darksiders hat zwar keine Highend Grafik, aber eine zum Stil des Spiels passende Optik erhalten. Stellt euch ein Zelda Game in hochauflösend vor, das kommt dem am nächsten. Bei beiden Versionen (PS3 / XBOX360) kommt es gelegentlich zu kleinen Rucklern.
Das Problem mit dem vertikalen Zeilenversatz bei der 360 Version wurde gerade per Patch behoben. Eigentlich sehen beide Versionen bis auf die Farbwiedergabe identisch aus, doch wirkt dieses Mal die PS3-Version eine Nuance schicker. Warum kann ich noch nicht mal genau sagen … es kam mir halt so vor. Sowohl der Sound als auch die deutsche Synchronisation sind wirklich gelungen. OK OK , ja die Originalsync ist noch besser …, aber entscheidet selber.
Bewertung
Gameplay : 100%
Sound : 85%
Grafik : 88%
Steuerung : 90%
Multiplayer : %
Gesamt-Bewertung
Kommentar des Redakteurs
Um es kurz zu sagen: KAUFT ES UND SPIELT !!!
Darksiders hatte für mich nur einen Fehler … nach 35 Stunden Spielzeit
(ich spiele nie auf Zeit,ja ich bin sehr langsam) war es zu Ende. Ich
hätte gerne noch weitergespielt. Auch wenn die meisten von euch nur
ungefähr 15 Stunden brauchen werden, ist Darksiders jeden Cent wert.
Zumindest für Leute, die mit dem Genre was anfangen können.